… brennt Lagerhalle (ca. 1400 m²) eines Baustoffhandels in voller Ausdehnung!

Mehrere hunderttausend Euro Sachschaden, der wohl arbeitsreichste und zeitlich aufwendigste Brandeinsatz der letzten Jahre für die freiwilligen Feuerwehren der Stadt Oberursel und glücklicherweise nur eine verletzte Person.

Die Lagerhalle eines Baustoffhandels im Oberurseler Stadtteil Stierstadt brannte in nur wenigen Minuten in voller Ausdehnung auf einer Fläche von schätzungsweise 1400 m². Ursache des Feuers ist nach Polizeiangaben ein technischer Defekt.

Zum Einsatz kamen alle Oberurseler Feuerwehren: Stierstadt, Bommersheim, Weißkirchen, Mitte und Oberstedten, sowie die Feuerwehren Steinbach/Ts.; Bad Homburg v.d.H.; Kronberg/Ts.; Kronberg-Oberhöchstadt; Berufsfeuerwehr Frankfurt a.M. und Rettungsdiensteinheiten nebst einem Versorgungszug des DRK Hochtaunus. In Summe etwa 130 Einsatzkräfte.

Bei der Lagerhalle handelte es sich um eine in Stahl-T-Trägerständerbauweise errichtete und mit Profilblech verkleidete Halle, die an den Längsseiten über durchgehende Oberlichter und fünf Dachluken verfügte. An den der beiden Straßen zugewandten Seiten befand sich jeweils ein großes Hallentor.

An einem Mittwoch, es war der 7. Dezember um 11:18 Uhr, alarmierte die Leitstelle des Hochtaunuskreis die zuständigen Einsatzmittel mit dem Stichwort: F 3 Y – Feuer aus Dachbereich einer Lagerhalle, vermutlich Menschenleben in Gefahr. Die Ersteintreffenden Einheiten der zuständigen Wehr Stierstadt, HLF – DLK – LF, konnten trotz Wetterlage (dichter Nebel) schon auf der Anfahrt anhand der sich darbietenden Rauchsäule von einem Großbrand ausgehen und teilten sich in zwei Brandabschnitte auf. Die Lagerhalle stand vollflächig in Brand. Keine drei Minuten nach Eintreffen an der Einsatzstelle kam es im Brandobjekt zu einer Explosion. Der Stadtbrandinspektor veranlasste unmittelbar einen Vollalarm für die Feuerwehren der Stadt Oberursel und beorderte weitere umliegenden Löscheinheiten zum Einsatzort. Die Einsatzmaßnahmen der Feuerwehr konnten frühzeitig auf den Schutz der angrenzenden Gebäude und das Löschen des Feuers beschränkt werden, da vom betroffenem Unternehmen versichert wurde, dass sich niemand mehr im Schadensobjekt befindet. Eine Person erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung und wurde vom anwesenden Rettungsdienst versorgt.

Der Löschangriff wurde über 4 C-Hohlstrahlrohre, ein mobiler Wasser-Schaum-Werfer und ein Wenderohr (Drehleiter Stierstadt) im Brandabschnitt 1, sowie weitere 4 C-Hohlstrahlrohre, ein Wasser-Schaum-Werfer TLF 24 und ein Wenderohr (Drehleiter Obu-Mitte) im Brandabschnitt 2 vorgetragen. Im weiteren Verlauf wurden zur Sicherstellung der ständigen Wasserabgabe die Großtanklöschfahrzeuge der Wehr Oberstedten GTLF 10; Kronberg TLF 24/50 und Bad Homburg TLF 24/50 eingebunden; außerdem insgesamt 5 Unterflurhydranten ertüchtigt. Im Brandverlauf kam es zum Teileinsturz des Daches auf einer Fläche von ca. 3 x 3 m. Der unmittelbar angrenzende Verwaltungstrakt konnte vor einem Totalverlust gerettet werden. Zur weiteren Brandbekämpfung musste noch die Berufsfeuerwehr Frankfurt a. M. mit speziellem Einsatzgerät hinzugezogen werden. Dabei handelte es sich im Detail um ein s.g. FlexiFoam Leichtschaum-Löschsystem, welches entweder über Hubrettungsfahrzeuge von oben oder aber auch bodennah in ein Brandobjekt eingebracht werden kann. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten hat man sich für die Variante Hubrettungsfahrzeug entschieden und dabei speziell die Drehleiter der Berufsfeuerwehrwache 2, Gallus/ Heinrichstraße Frankfurt a. M., zum Einsatz gebracht. Diese verfügt über ein Knickgelenk im letzten Leiterparkteil und ermöglichte damit das Einfließen des Leichtschaums über den Dachbereich wesentlich effizienter. Dabei kamen auch beide Großtanklöschfahrzeuge GTLF 10 der Berufsfeuerwehr zum Einsatz, die das bereits benannte Löschsystem mitführen und auch über einen entsprechend großen Schaummittelvorrat verfügen.

Zum Einsatz kamen 90 umluftunabhängige Atemschutzgeräte, mehrere tausend Liter Löschwasser und knapp 3000 Liter Schaummittel. Neben den Löschfahrzeugen eingesetzt waren, der ELW 2 Hochtaunuskreis sowie die IuK-Gruppe, der Gerätewagen-Atemschutz Kronberg und das Wechselladerfahrzeug mit Abrollbehälter Atemschutz  der Feuerwehr Bad Homburg. Die Einsatzzeit belief sich inklusive Restablöschung auf über 25 Stunden, bis die Einsatzstelle an die Polizei übergeben werden konnte.

Allen beteiligten Einsatzkräften ein riesen Dankeschön für die geleistete Arbeit, insbesondere dem Versorgunszug des DRK Hochtaunus und allem voran der FIRMA OUTOTEC für die Überlassung der Räumlichkeiten zur Versorgung der Einsatzkräfte.

 

Text/ Bilder: Marcel Kind /Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Urheber!